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Vielseitigkeit der Rasse Anfang des 19. Jahrhunderts herrschte ein reger Handelsbetrieb zwischen Neufundland und England. Colonel Peter Hawker brachte auf einer seiner Handelsreisen die ersten Hunde aus Neufundland mit, die er sehr genau unterschied in großer Neufundlands Dog und dem kleinen St. Johns Dog. Ersterer ist nach Hawker´s Beschreibung im Aussehen der direkte Vorfahre der heutigen Neufundländer. Der kleine St. Johns-hund dagegen war schwarz, relativ kurzhaarig, dabei aber absolut wetter- und wasserfest im Fell, hart und wendig bei der Arbeit an Land sowie im Wasser. Er wurde von den Fischern zum Einholen der Netze gebraucht, und fing die aus den Netzen entkommenen Fische. Hawker lobt in seinem 1814 erschienenem Buch“ Instructions to young sportsmans...“ ausgesprochen die besondere Eignung des Labradors als Helfer bei aller Art von Waidwerk. Er erwähnt schon damals die außerordentlich gute Nase dieses Hundes, seine Apportierfähigkeit und seinen hervorragenden „Will to Please“ Zitat Hawkes: „Um verwundetes Wild jedweder Spezies zu finden gibt es
nichts ebenbürtiges unter den Caniden“ Im Jahre 1904 wurde die Rasse Labrador Retriever vom englischen Kennelclub als eigenständig anerkannt und hat seitdem beständig an Popularität zugenommen. Ein Erfolg, der wohl in allererster Linie der Vielseitigkeit der Rasse zu verdanken ist. Die wenigsten Labradors werden allerdings heutzutage noch als Jagdhunde eingesetzt, die meisten unserer Hunde leben als vollwertige Familienmitglieder und bereichern das Leben vieler Menschen aus eine so großartige Weise, daß die Beliebtheit der Rasse wohl noch nicht auf ihrem Höhepunkt angekommen ist. Alles was Colonel Hawk schon 1804 dem Labrador als Wesensmerkmale zuschreibt hat sich glücklicherweise bisher weitestgehend erhalten. Ein Erfolg, der sicherlich den seriösen Züchtern weltweit zu verdanken ist, die mit hohen Engagement und auf das Wohl der Rasse ausgerichteten Zuchtanforderungen nicht nur versuchen das äußere Erscheinungsbild des Labradors zu erhalten, sondern Ihr Augenmerk auch ganz besonders auf die Erhaltung der charakteristischen Wesensmerkmale legen. WARUM JAGDLICHE PRÜFUNGEN FÜR DIE ZUCHTHUNDE? Die regelmäßige Überprüfung unter anderem der jagdlichen Veranlagung der Zuchthunde beispielsweise im DRC/VDH hat nicht zuletzt zur Aufgabe die Wesensmerkmale zu erhalten die gerade auch den Labrador als Familienhund so große Beliebtheit eingebracht haben, nämlich seine Leichtführigkeit seinen "Will to please" und seine absolute Friedfertigkeit im Umgang mit Artgenossen und jeglichen Menschen. Der ebenfalls zur Zuchtzulassungsprüfung gehörende Wesentest prüft darüber hinaus die Fähigkeit des Labradors mit Alltagssituationen der heutigen Umwelt (laute Geräusche, Menschenmengen, optische und Akustische Belastungen) fertig zu werden. ....ABER WIR WOLLEN DOCH GAR KEINEN JAGDHUND.... Jagdliche Anlagen und das ist sicherlich ein immer wiederkehrendes Missverständnissen , heißt bei unserem Labrador nicht, daß er Hetztrieb zeigt und unkontrollierbar im Gelände Wild verfolgen wird. Der Labrador ist ein Jagdhund für die Arbeit nach dem Schuss. Das bedeutet, dass er im größten Jagdtrubel bsp. einer Treibjagd, während des lauten Treibens und des Erlegens von Wild ruhig und gelassen neben seinem Jäger warten muß, bis er endlich mit seiner speziellen Jagdaufgabe, nämlich dem Einsammeln des erlegten Wildes zu Lande und aus dem Wasser beginnen darf. Und auch jetzt darf er nicht einfach losstürmen und seinem angeborenen Apportierwillen folgen, sondern soll sich jederzeit lenkbar zeigen um auch Wild aus ungewöhnlichen Fallstellen schnell und sicher zu bergen. Während der gesamten Arbeit sollte er lenkbar und kontrollierbar bleiben und unverzüglich auf einmaliges Kommando stoppen und ruhig verharren um z.B. dem Jäger einen sichereren Nachschuss auf krank geschossenes Wild zu ermöglichen. Sie sehen also. Ruhe und Ausgeglichenheit im Wesen, Härte gegenüber ungewöhnlichen Situationen, Leichte Erziehbarkeit sowie Leichtführigkeit also praktisch genau die Eigenschaften , die Sie sich für Ihre Familie von ihrem Labrador wünschen haben ihre Grundlage in seiner jagdlichen Verwendung. Aus diesem Grunde ist es meiner Ansicht nach erforderlich den Labrador auch weiterhin in jagdlichen Situationen auf seine Anlagen hin zu überprüfen. Zum Wohle des Jagd UND Familienhundes. Aber natürlich müssen Sie nicht unbedingt zum Waidmann werden um ihrem Labrador ein artgemäßes Leben zu ermöglichen. Es gibt so viele Ding mit denen Sie Ihren Hund glücklich machen können. Am schönsten ist es natürlich, wenn sie die Möglichkeit haben in einer speziellen Retrievergruppe (DRC/VDH) mit ihrem Hund zu arbeiten. Sie lernen von der Welpenspielstunde angefangen die Verhaltensweisen ihres Hundes einzuschätzen, Grundlagen der Verhaltenskunde in netter Atmosphäre unter Gleichgesinnten und ehe Sie es bemerken haben, haben Sie einen wohlerzogenen Familienhund oder sogar bereits die Begleithundeprüfung abgelegt. Der DRC hat glücklicherweise mittlerweile ein bundesweites Netz an Trainingsgruppen aufgebaut, so das wir Züchter unsere Welpenkäufer guten Gewissens in eine sachgerechte Ausbildung schicken können. Auch der LCD ist bemüht ein Ausbildungsnetz aufzubauen. Glücklicherweise läuft die Ausbildung für unsere Labradors aber vereinsübergreifend. So können Sie mit einem Hund aus dem Labrador Club Deutschland selbstverständlich auch die Arbeitsgruppen des Deutschen Retriever Clubs besuchen und umgekehrt. Dies gilt allerdings nur für Hunde aus diesen, VDH anerkannten Zuchtverbänden. Hunde aus Nicht-VDH anerkannten Zuchtstätten können in den Gruppen des DRC und LCD nicht berücksichtigt werden. NUR EIN WOHLERZOGENER (großer) HUND IST EIN GERNGESEHENER BEGLEITER Wenn Sie aber infiziert sind und nicht genug bekommen können von der Arbeit mit ihrem Labrador, können Sie mit ihrem Hund an sportlichen Apportierprüfungen teilnehmen. Diese werden mittlerweile in allen Schwierigkeitsgraden bis hin zu internationalen Meisterschaften angeboten. Wenn Sie Interesse haben, können Sie mit ihrem Labrador natürlich auch Ausstellungen besuchen, auch hier trifft man viele nette Menschen mit der gleichen Passion. ( Eine Anleitung zum Training für die Ausstellung finden Sie übrigens unter dem BUTTON: HOW TO SHOW) Und natürlich gibt es noch so viele andere Möglichkeiten etwas mit ihrem Labrador zu unternehmen...! Ich bin sicher, daß Ihnen etwas ganz spezielles einfallen wird. Und übrigens: Ihr Labrador hat auch gegen einen gemütlichen Nachmittag auf dem Sofa nichts einzuwenden. Genau hier liegt nämlich eine weitere Stärke unserer Rasse. Labradors sind anpassungsfähig. Im Haus sind sie meistens kaum zu bemerken, liegen gelassen auf ihrem Lieblingsplatz und stehen kaum einmal im Weg. Ihr Temperament geben sie meist an der Haustür ab und nehmen es erst wieder bei dem nächsten Spaziergang mit nach draußen.
Tipps für die Auswahl des richtigen Züchters gibt es auf unserer neuen Seite
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