ABER! Haben Sie Sich die
Anschaffung eines Welpen auch gut überlegt?
Bedenken Sie bitte, dass ein Welpe für
mindestens sechs Monate nicht allein gelassen werden sollte und auch bis zum
Alter von einem Jahr nur sehr bedingt und kurzzeitig. Passt dieses in Ihre Tages- und Familienstruktur?
Beginnen Sie zu
früh ihn stundenweise, oder gar für ein paar Stunden täglich allein zu lassen
wird er unweigerlich aus Frust und Langeweile heraus anfangen, Ihre
Wohnungseinrichtung zu zerlegen, oder aber die Nachbarn mit Hausmusik zu
unterhalten . Diese Unarten sind später kaum wieder zu
korrigieren. Wenn Sie also z.B. aus beruflichen Gründen nach einer
kurzen oder auch längeren Eingewöhnungszeit das Tier täglich auch nur für
wenige Stunden allein lassen MÜSSEN sollten Sie besser darüber nachdenken
ob es nicht besser wäre sich einen bereits erwachsenen Hund auszusuchen.
Beide Retrieverclubs ( Adressen finden Sie auf dieser Seite) bieten auch
einen Vermittlungsservice für erwachsene Labradors an.
Haben Sie jemanden, dem Sie vertrauensvoll den
Hund für einige Zeit überlassen können in familiären Engpässen, bei
Krankheit etc?
Ein Hund wird schnell groß, der "ach so
süße kleine Labrador Bär" braucht von Anfang an konsequente
und einfühlsame Erziehung, am besten in einer speziellen Retriever
Gruppe. Sind Sie bereit einmal wöchentlich an solch einer Trainingsgruppe
teilzunehmen und dafür auch eventuell eine weitere Anfahrt in Kauf zu
nehmen?
Ein Labradorwelpe ist im ersten Jahr,
ähnlich einem kleinen Kind, nur bedingt belastbar. Sie können ihn weder
am Fahrrad mitlaufen lassen, noch zu längeren Wanderungen oder
Stadtbummeln mitnehmen. Sein Knochengerüst entwickelt sich sehr langsam
und ist in diesen ersten 12 Monaten sehr empfindlich.
Sind Sie bereit sich, besonders im ersten
Jahr, mit Ihrem ganzen Leben... auch mit der Urlaubsplanung, ganz nach dem
Hund zu richten. Ein junger Retriever kann weder lange Spaziergänge am
Strand, noch überlange Autofahrten ertragen? Ein erwachsener Hund dagegen
möchte
gerne mit in den Urlaub fahren und nicht zur schönsten Zeit des Jahres in
einer Tierpension sitzen und traurig darüber nachsinnen, warum ihn
seine Familie verstoßen hat....leider weiß er ja nicht, das Sie
wiederkommen....
Sind SIE als Erwachsener die treibende Kraft bei
der Idee einen Hund anzuschaffen, oder sind es die Kinder und geben SIE nur
dem ewigen Drängen endlich nach????
Die Entscheidung, einen Welpen aufzunehmen
muss von demjenigen, der später die meiste Arbeit mit dem neuen Hausgenossen
hat, getroffen werden. Gibt es eine Hausfrau...oder natürlich einen
Hausmann, muss genau DER oder DIE den Hund wollen. Die Erfahrung zeigt
leider, dass Kinder, die acht Stunden am Tag zur Schule gehen, spätestens
nach vier Wochen feststellen werden, dass Sie doch abends lieber mit ihren
Freunden ins Kino gehen als mit dem Hund Gassi.
Und ebenso wird der außer Haus
arbeitende Familienteil, nach kurzer Zeit bemerken, dass er es eben doch
nicht schaffen kann, neben 10 Stunden Arbeit sich auch noch jeden Abend
ausgiebig und mit Freude mit dem kleinen, wilden Bündel zu befassen!
Lassen Sie Sich bitte nicht erweichen. Wenn Sie
der/die jenige sind, der sich um das Tier kümmern muss, MÜSSEN Sie
auch derjenige sein, der den Hund von ganzem Herzen bei sich aufnehmen
möchte. Es ist viel, viel Arbeit die auf Sie zukommt. Arbeit, die
Sie nur dann gern tun, wenn Sie wirklich hinter der Entscheidung für
einen Welpen stehen. Dann allerdings wird Ihnen Ihr neuer Mitbewohner
sicherlich ebenso viel Freude und Spass zurück geben wie Sie in ihn
investieren.
Und noch etwas zum Thema "Pflegeleicht"???!!!! Wir
werden immer wieder in Gesprächen darauf hingewiesen, dass man sich gerade
für die Rasse Labrador entschieden habe, da diese ja pflegeleichter als z. B
ein langhaariger Golden Retriever sei. Das stimmt sicher nur bedingt!
Im Gegensatz zu den langhaarigen Hunderassen trägt ein Labrador nicht so
viel losen Schmutz ins Haus und auch die schmutzigen Pfoten sind einfacher
zu reinigen als bei den Hunden, die hier noch lange Haarbüschel aufweisen.
ABER!!!!! Wenn Ihnen in der zweimal jährlichen Haarwechselzeit der
Staubsauger ausfällt, kommt dies einer größeren Katastrophe gleich. Die
kurzen Haare des Labradors finden Sie in dieser Zeit trotz täglichem Saugen
überall... auch da wo Sie es nicht so gerne haben zB in der Suppe (
...auch in der von pingeligen Gästen!!!) oder an Ihrer Lieblingshose, die
Sie gerade frisch für einen Theaterbesuch angezogen haben. Um diese Zeiten
zu überstehen muss man seinen Hund schon sehr lieben!!!!!
Nein, nein.....wir möchten Sie
wirklich nicht
abschrecken....aber jetzt ist es noch Zeit zu überlegen.... und wir
würden uns natürlich freuen, wenn Sie sich mit ganzem Herzen und im
Bewusstsein aller Verantwortung, die sie übernehmen werden, FÜR einen
Labrador Welpen entscheiden.
Herzliche Grüße
Britta und Gary Jones
TIVERTON LABRADORS